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Stille Revolutionen

Wer steht in der vordersten Reihe?

Forumbeitrag von Stefan Marti -Gemäss einem Artikel aus ‘The Econonomist’ werden in den nächsten Monaten Frauen in den USA den 50% Anteil an der werktätigen Bevölkerung  überschreiten. Bereits verfügen Frauen über  die Mehrheit bei den Universitätsabschlüssen in den OECD Ländern. 22% der Ehefrauen in den USA verdienten 2007 mehr als ihre Männer (1970 waren es noch 4%). Damit ist wohl eine der grössten sozialen Umwälzungen unserer Zeit im Gange. Immer mehr Frauen werden zu ökonomisch selbständigen Partnern, die zwangsläufig ernst genommen werden müssen. Zu befürchten ist allerdings – mit Blick auf die immer noch bestehenden Lohnunterschiede -, dass die Entwicklung dahin geht, dass ‘teurere’ Männer entlassen und ‘billigere’ Frauen angestellt werden.

Aber nichts desto trotz ertönt das erste Jammern. Männer wie A. Guggenbühl und R.Largo beklagen sich bereits über die ‘Mädchenschule’, in der die Bedürfnisse von Knaben nicht berücksichtigt würden. Als ob z.B. das Stillsitzen und fleissige Arbeiten Tugenden wären, die erst vor einigen Jahren erfunden worden sind. Solange immer noch z.B. nur 2% der amerikanischen und 5% der britischen Frauen Bosse sind, besteht kein Grund zum Klagen.

Auch Fremdbetreuung wird durch die öffentliche Hand  immer noch nur zögerlich finanziert, und so  bleiben nach wie vor arme Kinder, deren Eltern arbeiten müssen, um am gesellschaftsüblichen Lebensstandard teilhaben zu können, die grössten Verlierer. So fallen leider auch viele qualifizierte Frauen in ihren Dreissigern aus der Arbeitswelt, weil es ihnen nicht möglich ist, Beruf und Kinder  zu vereinbaren. Es fehlt an Betreuungsplätzen und an Arbeitgebern, bei denen der männliche Elternteil reduziert arbeiten kann.

Vieles ist noch im Argen in der Arbeitswelt. So z.B. der Überstundenwahn, der in der Schweiz grassiert. Viele Männer, die eigentlich um 5 mit ihrer Arbeit fertig wären, bleiben aus Betriebs-klimatischen Gründen  bis um 7 oder 8 im Büro sitzen. Denn, wer seine Arbeit effizient erledigt und keine Überstunden macht, macht sich verdächtig.

Noch eine weitere Zahl eruiert von der Kaiser Family Fundation. Kinder zwischen 8 und 18 Jahren verbringen 7.5 Stunden pro Tag oder 52.5 Stunden pro Woche mit ihren Handys, Computern, Fernsehern und Videospiel-Systemen. (Fernsehen: 270 Min., Musik hören: 151 Min., Telefonieren: 33 Min., Videospiele: 73 Min., Text Nachrichten schreiben: 90 Min. und  Computer: 89 Min (ohne Computergebrauch für die Schule).  (Quelle: http://slides.kff.org/chart.aspx?ch=1351)

Quelle für die Zahlen: http://www.economist.com/displaystory.cfm?story_id=15174418

Dieser Artikel wurde geschrieben von:

8

SP Kanton Schaffhausen


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One Response to “Stille Revolutionen”

  1. smarti says:

    Hier noch die neusten Zahlen aus der Schweiz – leider ohne Angaben zu den immer noch verhandenen Lohnunterschieden:

    Frauenanteil in %

    Höchster Bildungsabschluss (25- bis 64-jährige Wohnbevölkerung, 2009)
    Obligatorische Schule 63.0
    Hochschule 41.2 (Universitäre Hochschulen und Fachhochschulen)

    Dozierende (Professorinnen, übrige Dozentinnen, Assistentinnen und wissenschaftliche Mitarbeiterinnen, 2008)
    Universitäre Hochschulen 34.1
    Fachhochschulen 37.9

    Erwerbstätigkeit (Personen ab 15 Jahren, 2009)

    Vollzeiterwerbstätige (90%+) 29.5
    Teilzeiterwerbstätige ( 8000 CHF (Total F+M: 18,1%) 14.5

    Vertretung in der Politik

    Nationalrat (21.10.2007) 29.5
    Ständerat (24.11.2007) 21.7
    Kantonale Exekutiven (29.11.2009) 21.2
    Kantonale Parlamente (11.10.2009) 25.6

    © Bundesamt für Statistik, Neuchâtel 2010

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