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Übermalte Plakate

Seit Jahren überzieht die SVP in regelmässigen Abständen die ganze Schweiz mit Plakaten. Die Inhalte werden jeweils gewechselt, die Bildsprache aber nicht. Diese zielt immer auf die Gefühlsebene mit dem Ziel, Angst auszulösen. Angst vor allem, was fremd ist, Angst vor den Muslimen, Angst, die Schweiz könnte untergehen. Die SVP stellt sich jeweils als die grosse Retterin dar, sie gibt Sicherheit, auf sie kann man vertrauen.

Aktuell geht es um eine angebliche Masseneinwanderung. Dabei entblödet sich die SVP nicht, sogar brutale und entsetzliche Überfälle für ihren Wahlkampf in Inseraten zu instrumentalisieren. Sogar ich als eher besonnener Mensch kann da nur noch sagen: Pfui Teufel!

Die SVP gibt für diese Kampagnen Millionen aus, Summen, von denen andere Parteien nicht einmal träumen. Diese Millionen werden von einigen wenigen sehr reichen Leuten aufgebracht, Leuten, welche klare politische Absichten verfolgen. Sie wollen Macht erringen, und die Schweiz nach ihren Vorstellungen umbauen. Rücksicht auf anders denkende Menschen wird nicht genommen. “Schweizer wählen SVP”, ist das Motto, alle, welche das nicht tun, sind demnach keine Schweizer, sie werden ausgegrenzt, gelegentlich sogar beschimpft und beleidigt. Ausgeblendet wird, dass die Vorfahren des Oberguru der SVP, Christoph Blocher,  vor noch nicht einmal 150 Jahren als Ausländer in die Schweiz eingewandert sind und ein Teil des Reichtums von Herrn Blocher von ausländischen Arbeiterinnen und Arbeitern in seiner Fabrik im Bündnerland erarbeitet worden ist.

Bei mir lösen diese massiv aufgetragenen Kampagnen nicht Angst, sondern Wut, Ekel und Abscheu aus. Wenn ich zurzeit über den Zürcher Bahnhof gehe, weiss ich kaum mehr, wo hinschauen: Überall begegnen mir diese Ausländerstiefel, welche die Schweiz niedermachen. Oft frage ich mich, wie ich als anders denkender und fühlender Mensch gegen diese schlimme Propaganda angehen kann. Dabei überkommt mich jedes Mal ein Gefühl der Ohnmacht. Ich sehe wenig Möglichkeiten, mich dieser rechten Flut entgegenzustemmen. Oft frage ich mich, wie es wohl ausländischen Menschen geht, welche hier leben oder vom Ausland herkommend im Bahnhof Zürich aus dem Zug steigen.

Nun haben zwei Männer beschlossen, diese SVP-Kampagne nicht einfach zu ertragen, sondern etwas dagegen zu tun: Sie haben sechs Plakate übermalt. Als ich das am Samstagabend gesehen habe, habe ich innerlich ganz leise Chapeau gesagt und konstatiert, dass da offenbar jemand seine Ohnmacht abgelegt und gehandelt hat. Ob das im juristischen Sinn richtig war oder nicht, kann man sich fragen. Im moralischen Sinn und als Ausdruck des Protests gegen eine Ekel erregende und Angst machende Kampagne habe ich für die Farbaktion viel Verständnis.

Nationalrat Thomas Hurter hat in dieser Zeitung sehr schnell das Wort “primitiv” in den Mund genommen. Ich frage mich, wer da alles primitiv ist. Die Kampagnen der SVP, welche regelmässig die elementarsten Menschenrechte verletzen und jeglichen Respekt und Anstand vermissen lassen, sind es ganz sicher.

Werner Bächtold, Schaffhausen

 

Die Hetzkampagnen der SVP stoppen – Solidarität mit Kunz & Schmutz!
Tomorrow, 26 August at 01:00
Location: Schaffhausen, Schweiz
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SP Kanton Schaffhausen


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2 Responses to “Übermalte Plakate”

  1. smarti says:

    Mein lieber Gutmensch: SP-Politiker Jammern nicht, sondern sind seit Jahrzehnten mit Erfolg für die Integration und beschäftigen sich also genau mit den Ursachen. Es leben wohl bald so viele Ausländer der zweiten, dritten und vierten Generation in der Schweiz, wie Schweizer selber. Wenn die Integrationsbemühungen wiederholt scheitern und ein Einwanderer oder Asylbewerber einfach nicht auf den rechten Weg will, dann wird er jetzt schon ausgewiesen. Eine Kritik mit mehr Substanz und weniger allgemeine Verachtung wäre wünschenswert.
    Der ‘Schmutz’ sind für mich übrigens auch Schweizer Hooligans und die jungen Schweizer, die nichts besseres wissen, als überall Party (Randale) zu machen und insbesondere auch die Nazis, die sich sicher extrem gut mit der SVP identifizieren können. Schmutzig finde ich es auch, dass die SVP mit Stimmungsmache gegen Ausländer versteckt, dass sie eigentlich Politik für die Reichen und Superreichen macht oder wenn einer anonyme=feige=unschweizerische(!) Kommentare abgibt.

  2. Gutmensch says:

    Ab sofort ist Werner Bächtold der Inbegriff des Schweizer Gutmenschen, mit seinem Kampf gegen Rechts. Es ist immer die gleiche Leier. Statt Symptome (Plakate) zu bekämpfen, sollte man sich mit den Ursachen beschäftigen. Die SP-Politiker aber jammern dann lieber, wenn “das Kind in den Brunnen gefallen ist”. Die Lernfähigkeit der linken Parteien tendieren inzwischen gegen Null – eine massive Wahrnehmungsstörung mit Um- und Fehlinterpretationen der Realität sind Teil der Erkrankung. Aber man merke sich folgendes: In der Schweiz gilt derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als derjenige, der den Schmutz macht.

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